Erinnerungen, die mein Leben schreibt – Teil I

Es gibt Erinnerungen, an die denke ich nicht so gern zurück. Und es gibt Erinnerungen, an die denke ich ziemlich oft zurück. Und oft weiß ich schon, während ich die Erinnerung lebe, dass ich diesen Moment festhalten, einfrieren und für immer im Herzen behalten möchte und auch werde. Und manche Erinnerungen entwickeln sich erst mit der Zeit zu diesem tollen Gefühl, dass dann für immer bleibt. So geschehen mit Köln und liebgewonnenen Theatermenschen.

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Seit ich begann mich für Technik und die Medienwelt zu interessieren, lag mein Schwerpunkt auch immer auf Köln – die Medienhauptstadt! Aus anfänglichen Besuchen wuchs der Wunsch meinen Wohnsitz und meine Arbeitswelt in diese Stadt zu verlagern. Ich war also immer mehr auf dieses Köln fixiert, sodass ich praktisch umziehen musste. Und so kam es dann auch: Ich begab mich mit Sack und Pack in meine große Wunschstadt: Köln! Kaum angekommen lernte ich für mich heute echt wichtige Menschen kennen. Damals konnte ich das noch nicht wissen, aber es entwickelte sich mit der Zeit zu etwas ganz besonderem – denn wir ließen uns aufeinander ein.
Und das kam so: Für mein Studium musste ich noch ein Praktikum absolvieren. Ein kleiner, damals noch heimlicher Wunsch war, Regieassistentin am Theater zu sein. Und ich bewarb mich blindlings. Es ging eine Bewerbung an einen Regisseur, den ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht kannte, aber heute nicht mehr missen möchte. Und wie es der Zufall, Gott oder auch ich so wollten: Er suchte eine Regieassistentin! Wir trafen uns und entschieden uns – trotz anfänglicher Bedenken – zusammen zu arbeiten. Über die Zusammenarbeit kam es immer wieder zu neuen Kontakten und auch ein privater Kontakt entstand. Und so zähle ich Hans Kieseier heute durchaus zu einem guten Freund! Über die damalige Zusammenarbeit mit meinen Blackboxern habe ich hier schon mal berichtet, aber meine liebste Erinnerung waren doch die zwei Tage beim Theaterfest in Sankt Vith/Belgien.
Aus diesem Praktikum sind so viele andere tolle Sachen entstanden, dass ich gar nicht alle aufzählen kann. Aber etwas ganz besonderes möchte ich hier erwähnen: Ozan & Tunc! Eines Tages bekam ich einen Anruf, ob ich nicht Lust hätte, mit den beiden auf Tour zu gehen und die Technik während der Show zu fahren. Ehrlich gesagt verstand ich die Frage nicht… Ob ich nicht Lust hätte? Ich musste keine Millisekunde überlegen. Ich hatte nicht nur Lust – ich brannte dafür!! Es war eine ganz wunderbare Erfahrung!

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Irgendwann jedoch wuchs in mir das Gefühl, dass es Zeit für eine Veränderung wurde. Und so entschied ich mich tatsächlich dafür, Köln zu verlassen. Ich weinte beim Abschied. Und knapp drei Jahre lang konnte ich nur schwer daran denken – ohne das mir die Tränen kamen. Ich hatte viele Erinnerungen an die Zeit aufgehoben und so nach und nach holte ich doch alles wieder hervor. Wie sagt man so schön: mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn einerseits versetzte es mir einen Stich ins Herz und andererseits ließ mich der Gedanke an die Erinnerung lächeln. Es gibt eine DVD, die ich ganz hinten versteckt hatte, denn es tat zu weh. Aber eines Tages überkam es mich dann: Ich legte die DVD in meinen Player und wurde komplett weggefegt. Ich schaute unser Stück noch mal an und auch die dazugehörigen Proben – vor allem die, denn an denen ist das ganze Ausmaß der Freude messbar. Es ist so schön, dass ich diese Erinnerung festhalten durfte. Und es ist noch schöner, dass ich sie heute anschauen kann – ohne weinen zu müssen, weil es vorbei ist, sondern dass ich lachen kann, weil ich dabei war.
Aber da war noch eine weitere Hürde, die es zu erklimmen gab: ein Kölnbesuch! Denn bis auf einen kurzen Abstecher aufgrund eines Bloggerevents traute ich mich drei Jahre nicht nach Köln. Und wieder überkam es mich ganz plötzlich: Ich buchte Zugtickets, sagte Hans Bescheid, dass ich Ozan & Tunc überraschen möchte und fieberte dem Termin entgegen. Es war soweit: Ich saß im Zug und war gar nicht so nervös wie ich selbst gedacht hätte. Angekommen in Köln war ich sofort in dem alten Fieber wieder drin und es war einfach nur schön. Als erstes stand ein Treffen mit Hans an und obwohl wir uns über drei Jahre nicht gesehen hatten, war alles beim alten: Er sagt etwas, ich lache – nichts hatte sich verändert. Und das ist schön, das ist einfach schön! Wir tranken also Kölsch und erzählten eine Stunde, die mir vorkam wie zehn Minuten. Wobei eine Stunde erzählen nicht ganz stimmt, denn bestimmt die Hälfte davon lachten wir gemeinsam. Was gibt es eigentlich schöneres als gemeinsam zu lachen? Nicht viel, denke ich.

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Ich ging dann weiter zum Theater, in dem Ozan & Tunc an dem Abend spielen sollten. Dort musste ich noch eine Weile warten und dann stieg meine Aufregung doch etwas. Ich wusste schließlich nicht, wie die Jungs reagieren würden. Aber was dachte ich mir überhaupt, wie sie reagieren würden? Sie freuten sich natürlich genauso sehr wie ich und schwups war meine Aufregung verschwunden und ich einfach nur glücklich. Es war auch hier wie in alten Zeiten: die beiden machten Quatsch und ich lachte! Wir erzählten viel und bauten gemeinsam auf. Wobei ich natürlich dieses Mal nicht so viel helfen konnte, hatte ich doch das neue Stück noch nicht gesehen. Es war ein wunderschöner Abend und ich genoss die Vorstellung sehr – die sogar mit persönlicher Liebeserklärung war, hach…! Natürlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht nehmen und tranken danach noch ein Kölsch gemeinsam. Und ach, was soll ich sagen: Es fühlte sich alles einfach richtig und wunderbar an. Und so konnte ich dann auch sehr glücklich abends in meinen Zug steigen um weiter nach Schweden zu fahren. Und ich war nicht nur glücklich – nein, ich war auch stolz – stolz darauf, dass ich die Angst vor Köln in Freude gewandelt habe und zurück gegangen bin. Die nächsten Trips sind schon geplant und ich kann es kaum abwarten wieder einen Abend durchzulachen.

Nachwort 1: Behaltet wertvolle Erinnerungen im Herzen, sie helfen durch schwere Zeiten!
Nachwort 2: Ich glaube, ich schaue gleich noch eine DVD an … dabei werde ich lachen und an eine wunderschöne Zeit zurück denken.

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